Gemeindeverwaltungsverband Donaueschingen - Umweltbüro

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Klimaschutzkonzept für den GVV Donaueschingen

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Im Rahmen der Klimaschutziniative des Bundesumweltministeriums haben Kommunen die Möglichkeit, eine Förderung für Erstellung von Klimaschutzkonzepoten zu erhalten. Der GVV Donaueschingen (Stadt Donaueschingen, Stadt Hüfingen, Stadt Bräunlingen) hat hierzu einen umfassenden Antrag gestellt, der auch bewilligt wurde. In den Jahren 2009 bis 2011 wird nun eine Stragie entworfen, die den Klimaschutz im Städtedreieck einen großen Schritt voranbringen soll.

Bisheriger Stand: In verschiedenen Beschlüssen und Dokumenten sind Ziele und Strategien im Energiebereich enthalten.

Links zu Dokumenten

Die drei Städte haben bereits eine systematische Energieverbrauchsüberwachung (kommunales Energiemanagement), so dass Einsparungen auf Grund der im geplanten Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen dokumentiert werden können. Alle drei Städte haben in den 90er-Jahren für ihr Energieengagement den kommunalen Umweltpreis des baden-württembergischen Umweltministeriums erhalten.

Ziele des Klimaschutzkonzeptes

Der Energieverbrauch der drei Städte und damit die Kohlendioxidemission soll minimiert werden. Dabei sollen Maßnahmen in den eigenen Einrichtungen wie auch die Schaffung von Strukturen bei Privatbürgern und Firmen einbezogen werden. Um die Grundlage für eine mittelfristige Strategie und eine mittelfristige Finanzplanung zu legen, sollen in einem Klimaschutzkonzept verschiedene Teilbereiche zusammengeführt werden.

Förderkennzeichen 03KS0098
Laufzeit 2009 - 2011

Informationen zur Klimaschutzinitiativie des Bundesumweltministeriums für Umwelt finden Sie auf dessen Homepage, sowie auf der Seite des Forschungszentrums Jülich.

Arbeitsplan

  1. Energieanalysen für alle kommunalen Gebäude, Erarbeitung von Investitionsvorschlägen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Umsetzung 2009 und 2010 durch Energiebüro 21
  2. Innenbeleuchtung - Konzeption für energiesparende Innenbeleuchtung in allen Schulen, Kindergärten, Rathäusern und Hallen (87 Einrichtungen). Umsetzung 2009 durch Firma Greiner Engineering
  3. Straßenbeleuchtung Umsetzung 2011
  4. EDV - Optimierungspotenziale der EDV-Anlagen der Stadtverwaltungen. Umsetzung 2010 durch Firma ratio IT
  5. Pumpwerke - Prüfung der Optimierungspotenziale bei Pumpwerken. Umsetzung 2010 durch Firma Hydroelektrik
  6. Effizienzsteigerung bei der Biogasnutzung durch Mikrogasnetze. Umsetzung 2009 durch Frima Novatech
  7. Nahwärmenetze -  Konzeption für Ausbau der Nahwärmenetze auf der Basis Holz, BHKW, Biomasse und industrielle Abwärme. Umsetzung 2009 und 2010 durch K-Group
  8. Kläranlagen Donaueschingen und Wolterdingen - Konzept für Energieoptimierung. Umsetzung 2009 durch Energiebüro 21
  9. Energievernetzung Gewerbegebiete. Umsetzung 2009 durch KEA.
  10. Öffentlichkeitskampagne Energiesanierung im Altbau - Energiesanierung im Altbau. Umsetzung 2010 und 2011 durch Umweltforschungsinstitut Tübingen
  11. Evaluation Energiesparmaßnahmen. Umsetzung 2010 durch Energiebüro 21

Umsetzungsplan

Nach Erstellung der o.g. Konzeptionen soll ein Zeitplan für die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen entwickelt und die nötigen Mittel in den kommunalen Haushalten bereitgestellt werden. Im Lauf der kommenden Jahre soll dann die Realisierung erfolgen.

Zusätzlich ist vorgesehen, eine gesamtstädtische CO2-Bilanzierung durchzuführen. Derzeit wird im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes angestrebt, eine spezielle baden-württembergische Version der CO2-Bilanzierungssoftware Eco-Speed zu entwickeln. Nach Fertigstellung könnte diese eingesetzt werden, um die Wirkung der umgesetzten Maßnahmen zu dokumentieren.

1.) Untersuchung der Innenbeleuchtung auf Energiesparmaßnahmen

Auftragnehmer: Ingenieurbüro Greiner aus Konstanz

Durch den Auftragnehmer wurden sämtliche städtische Liegenschaften der drei Städte auf Einsparpotenziale bei der Innenbeleuchtung untersucht. Die vorhandene Beleuchtung wurde aufgenommen, es wurde definiert, wo Erneuerungsbedarf ist und wo nicht und es wurden Wirtschaftlichkeitsberechnungen dargestellt. Bei ca 20 % der vorhandenen leuchten wird ein Austausch vorgeschlagen, bei dem mit Stromverbrauchseinsparungen von rund 30 % zu rechnen ist. Die Ergebnisse werden derzeit mit den Bauämtern diskutiert, um das weitere Vorgehen festzulegen. Es soll für die nächsten drei Jahre ein Investitionsplan erstellt werden, in dessen Rahmen der Austausch der Leuchten erfolgt.

2.) Optimierung bestehender Biogasanlagen

Auftragnehmer: Novatech GmbH

Es wurden 12 Anlagen untersucht, bewertet und es wurden Maßnahmen vorgeschlagen. Insbesondere wurden Vorschläge zur verbesserten Wärmenutzung unterbreitet. Bei einer Anlage wurde vorgeschlagen, Gasleitungen zu gewerblichen Abnehmern zu bauen und dort BHKWs zu betreiben. Diese Idee wird vom Betreiber der Biogasanlage mittlerweile intensiv verfolgt, es laufen bereits Verhandlungen mit möglichen Abnehmern. In einem weiteren Fall hat sich die vorgeschlagene Auskopplung von Wärme als nicht machbar herausgestellt. Vorschläge zu weiteren Anlagen bedürfen noch der näheren Prüfung. Aussagen zur Verringerung der Methanleckagen werden noch nachgeliefert. Gemeinsam mit den Betreibern wird das Umweltbüro prüfen, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen in den nächsten Jahren realisiert werden können.

3.) Energieanalysen kommunaler Gebäude

Auftragnehmer: Energiebüro 21

Die Untersuchungen vor Ort sind abgeschlossen und die Gebäude wärmetechnisch bewertet. Für alle Gebäude wurden denkbare Einsparmaßnahmen dargestellt und wirtschaftlich bewertet. Der Abschlussbericht wird bis Juni 2010 erwartet. Alle Maßnahmen mit Amortisationszeiten unter 10 Jahren sollen in einen mehrjährigen Investitionsplan einfließen.

4.) Wärmekataster - Nahwärmenetze

Auftragnehmer: K-Group München

Um die Potenziale neuer Nahwärmenetze zu erheben, beteiligte sich der GVV an der Nahwärmeinitiative des Umweltministeriums und der Firma K-Group. Sie erstellte einen Wärmekataster (siehe nachfolgende Abbildung) und hat daraus besonders für Nahwärme geeignete Gebiete ermittelt. Als besonders aussichtsreich haben sich einige Gewerbegebiete und Gebiete mit verdichteter Wohnbebauung herauskristallisiert. In diesen Gebieten soll nun durch Abfrage der realen Verbräuche die Datengrundlage verfeinert werden. Danach sollen Investoren gesucht werden, die Interesse am Betrieb solcher Nahwärmenetze haben.

5.) Energieoptimierung Kläranlage

Auftragnehmer: Energiebüro 21

Der Bericht liegt im Entwurf vor und wird mit der Betriebsleitung der Kläranlage diskutiert. 

6.) Optimierungspotenziale bei Pumpwerken

Auftragnehmer: Fa Hydro-Elektrik

Bei Wasser- und Abwasserpumpwerken soll geprüft werden, wie durch Pumpentausch oder geänderten Pumpenbetrieb Strom eingespart werden kann. Die Pumpwerke gehören zu den größten Stromverbrauchern in einer Stadt. Angesichts der komplexen Sachlage wurde das Ing-Büro Kaiser mit der Ausschreibung und der Betreuung der Leistungen beauftragt. Die Vergabe ist erfolgt, die Bearbeitung soll demnächst beginnen.

7.) Gewerbevernetzung

Auftragnehmer: Klimaschutz-und Energieagentur des Landes Ba-Wü

Die Klimaschutz- und Energieagentur wurde damit beauftragt, nach Potenzialen für mehr Energieeffizienz durch die Vernetzung von Gewerbebetrieben zu suchen. Die ursprüngliche Idee ließ sich nicht realisieren, da nur von einzelnen Gewerbebetrieben die nötigen Daten geliefert wurden. Stattdessen wurde mit Hilfe von Betriebsbegehungen in sechs Betrieben versucht, betriebsinterne Einsparmöglichkeiten aufzufinden. Ein Betrieb hatte seine Energieströme bereits weitgehend optimal organisiert. In drei Betrieben wurden erhebliche Einsparmöglichkeiten aufgedeckt, namentlich durch Wärmerückgewinnung. Es besteht die Absicht, diese Potenziale umzusetzen. In zwei Betrieben war es nicht möglich, die für eine fachgerechte Beurteilung ausreichenden Informationen zu erhalten. Den Betrieben wurde empfohlen, mit externer Hilfe selbst am Thema weiterzuarbeiten. Aus der Bearbeitung ergab sich die Idee, einen „Energietisch" einzurichten, in dem sich die Energieverantwortlichen von Gewerbebetrieben regelmäßig treffen und Erfahrungen austauschen. Andernorts wurden damit gute Erfahrungen gemacht. Ein Anstoß ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Energiesanierung im Altbau

Auftragnehmer: Umweltforschungsinstitut Tübingen

Die Vergaben der Werbekampagne „Energiesanierung im Altbau" ist erfolgt. Derzeit wird mit dem Auftragnehmer die genaue Leistungsdefinition besprochen, danach soll die Arbeit an der Konzeption beginnen.

Evaluation Energiesparmaßnahmen

Auftragnehmer: Energiebüro 21

Für 20 in den letzten Jahren realisierte Energiesparmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden soll ermittelt werden, inwieweit die prognostizierten Einsparungen energetischer und finanzieller Art tatsächlich eingetreten sind. Die Arbeit hat begonnen.

Prüfung von Stromeinsparpotenzialen in EDV-Anlagen

Auftragnehmer: ratio IT

In 3 städtischen Netzwerken und 5 Schulen sollen Einsparmöglichkeiten bei Betrieb der EDV-Anlagen geprüft werden. Hierzu wird eine spezielle Software eingesetzt, die Betriebszustände protokolliert und Optimierungsmöglichkeiten ermittelt. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen beginnen.