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Steuerung und Energie
Die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik Wir setzen drei Primärenergien ein: Elektrischen Strom, eigenerzeugtes Faulgas und Erdgas. Beim Faulgasprozess fallen wöchentlich rund 17000 Kubikmeter Faulgas mit einem Energiegehalt von etwa 100000 Kilowattstunden an.
In der Blockheizkraftanlage wird das entschwefelte Faulgas zur Strom- und Abwärmeerzeugung verwertet. Die Gasmaschinen haben die Aufgabe, den Wärmebedarf im Klärwerk abzudecken, einen möglichst hohen Anteil des Strombedarfs abzudecken und zur Lastoptimierung des Netzes beizutragen, als Notstromversorgung die wichtigsten elektrischen Antriebe der Kläranlage bei Netzausfall in Betrieb zu halten. Ein Prozessrechner in der Hauptschaltwarte übernimmt die tägliche Prognose des Energiebedarfs und errechnet den kostengünstigsten Energieeinsatz. Zwei Erdgas-/Faulgasheizkessel decken zusätzlich die Wärmebedarfsspitzen ab. Die Steuer- und Regeltechnik hat zwei Ebenen: Der gesamte Betriebsablauf der Kläranlage wird auf der unteren Ebene durch selbständige Regeleinrichtungen in direkter Abhängigkeit von physikalischen Messgrößen gesteuert. Auf der oberen Ebene wird die Prozesssteuerung durch einen zentralen Rechner weiter optimiert. Das erhöht den Gesamtwirkungsgrad der Anlage erheblich und verringert gleichzeitig den Betriebsaufwand.
Eine hohe Betriebssicherheit ist das Ergebnis, da bei Ausfall des Rechners die Regelung auf der unteren Ebene verfügbar ist.
Die Energieseite - sparsam und umweltfreundlich
Bereits im Jahr 1970 wurde ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, das Mitte der achtziger Jahre wesentlich vergrößert wurde. Zwei neue Erdgas- und Faulmotoren samt Elektrogeneratoren wurden zu diesem Zeitpunkt eingebaut. Sie decken seitdem mehr als die Hälfte des Energiebedarfs durch die Verwendung des ohnehin anfallenden Faulgases. Die täglich anfallenden 2500m³ Gas werden in ca. 4000kWh elektrische Energie pro Tag umgewandelt. Die Jahreserzeugung beträgt damit ca. 1,2 Mio. kWh elektrische Energie, was die Stromkosten jährlich um etwa 128000 € reduziert. Das Blockheizkraftwerk wurde im Jahr 1998 nochmals durch ein weiteres Aggregat ergänzt, um den elektrischen Bedarf der Kläranlage durch Eigenstromerzeugung noch besser abdecken zu können. Die bei der Gasverwertung entstehende Abwärme wird wiederum verwendet, um den Inhalt der beiden Faultürme mit insgesamt 4500m³ ständig auf der notwendigen Betriebstemperatur von 38 Grad Celsius zu halten. Außerdem werden die Betriebsgebäude mit der Abwärme beheizt. Ein kostengünstiger, energiesparender und umweltfreundlicher Kreislauf. Doch damit nicht genug: Die installierten Erdgas-/Faulgasmotoren arbeiten nach dem bewährten Magermixprinzip, welches garantiert, dass die gesetzlichen Grenzwerte für die Abgasemissionen sicher eingehalten werden. Das zur Verwertung gelangende Faulgas wird vorher in einem aufwendigen Verfahren entschwefelt.




